Kein Platz für Fehler
In der Scale Model Fotografie reizt mich besonders die Möglichkeit, Situationen zu erschaffen, die in der Realität kaum möglich oder der absolute Alptraum eines jeden Autofahrers wären. Dieses Bild zeigt eine solche Szene: Eine extrem enge Bergstraße ohne jede Sicherung, auf der ein Fahrzeug gerade noch Platz findet.
Die Basis für diese massive Felsformation bilden einfache Hartschaumplatten. Um die realistische Oberflächenstruktur zu erzielen, greife ich zu einem besonderen Trick:
Textur: Ich verwende Fotos von echten Felsen, die ich bei meinen Wanderungen in den Bergen aufgenommen habe.
Verarbeitung: Die ausgedruckten Bögen werden ordentlich zerknittert, bis sie die raue Haptik von echtem Stein imitieren.
Kantenführung: Beim Aufkleben ist darauf zu achten, dass keine glatten Schnittkanten entstehen. Ich schneide das Papier vorab unregelmäßig mit der Schere zu, damit die Übergänge natürlich wirken.
Ein Learning für die Zukunft: Um die Nachbearbeitung zu minimieren, werde ich künftig statt bedrucktem Papier auf mit Aquarell- oder Acrylfarben bemalte Bögen setzen. Dies verhindert, dass im fertigen Foto bei starker Vergrößerung Rasterpunkte des Drucks sichtbar werden. Leider musste ich hier deshlalb die Felsen weichzeichen und nachschärfen - nicht optimal - das Ursprungsbild wäre schärfer.
Der Baum: Wie bei vielen meiner Modelle besteht die Flora aus einem individuellen Drahtgeflecht, das mit feinem Dekomoos begrünt wurde.
Gräser und Laubfall: Diese Details sind wichtig, um der Realität näher zu kommen. Für die Gräser verwende ich kleine Grasbüschel aus dem Fachhandel, der Laubfall ist getrockneter Majoran den ich über den feinen Sand auf der Fahrspur und auf Felsvorsprünge streue.
Hintergrund & Meer: Um Tiefe zu erzeugen, arbeite ich mit einfachen Mitteln. Ein blauer Papierbogen dient als Himmel, und am Fuße des Felsens simulieren zwei weitere Bögen das weite Meer. Nebel und Wolken werden mit einer kleinen Nebelmaschine erzeugt.
Auto: Ist eine Miniaturausgabe eines Geländeautos aus dem Handel, das ich mit geriebener Kreide anstaube.
Eine realistische Darstellung steht und fällt mit der Kameraarbeit: Um die Dramatik der Höhe und die Enge der Straße spürbar zu machen, experimentiere ich intensiv mit:
Verschiedenen Blickwinkeln (Froschperspektive für mehr Wucht).
Unterschiedlichen Brennweiten, um die Distanzen zu stauchen oder zu strecken.
Wechselnden Lichtszenerien, um die Textur des Felsens optimal zu betonen.









