Unterwasser-Tiefgang: Ein Lada auf dem Meeresgrund
Bei diesem Projekt war das Ziel, eine möglichst realistische Unterwasserstimmung im Maßstab zu erzeugen. Das Geheimnis liegt hierbei nicht im Wasser, sondern in der besonderen Lichtführung, die das Spiel der Wellen und das einfallende Sonnenlicht am Meeresboden simuliert.
Vorbereitung: Basis der Szenerie ist ein alter Lada, den ich in ein maritimes Wrack verwandelt habe. Um den Effekt zu erzielen, als läge das Fahrzeug bereits seit Jahren unter Wasser, nutze ich eine spezielle Technik:
Mattierung: Damit Aquarellfarben auf dem glatten Lack haften, rubble ich das Modell vorher mit einem herkömmlichen Radiergummi ab. Das nimmt den künstlichen Metallglanz und sorgt für eine matte, realistische Oberfläche.
Realistischer Rost: Mit Aquarellfarben setze ich Roststellen akkurat an Öffnungen und Ritzen. Der große Vorteil: Nach dem Shooting lässt sich die Farbe rückstandslos abwaschen und das Modellauto ist wieder wie neu.
Set-Aufbau: Die gesamte Szenerie entstand auf einem flachen Tablett mit erhöhtem Rand.
Der Meeresboden: Als Basis dient feiner Vogelsand, kombiniert mit echten Kieselsteinen und großen Rindenstücken, die unter Wasser wie massive Felsen wirken.
Meerestiefe: Ein simpler blauer Karton im Hintergrund simuliert die Weite des Ozeans.
Licht Idee: "Tanzende Reflexionen"
Um die typischen Lichtkringel (Caustics) zu erzeugen, die man vom Tauchen kennt, kam ein simpler Trick zum Einsatz: Alufolie. Ich knittere die Folie leicht an und halte sie über das Modell. Wenn man diese nun mit einer Taschenlampe anstrahlt, werden die Lichtreflexe auf den Boden und das Auto projiziert. Durch leichte Bewegungen der Folie fangen die Lichter förmlich an zu "tanzen".
Digitale Nachbearbeitung
Das finale Bild ist ein Composing aus mehreren Aufnahmen:
Belichtung: Ich kombiniere Bilder mit Fokus auf den Vordergrund mit Aufnahmen, bei denen nur der Hintergrund (der blaue Karton) durch die Alufolie beleuchtet wurde.
Details: Um die Szene zum Leben zu erwecken, habe ich drei Doktorfische aus meinem letzten Urlaub sowie digital gezeichnete Luftblasen und zusätzliche Lichtstrahlen eingefügt.
Das Ergebnis ist eine stimmungsvolle Momentaufnahme, die zeigt, dass man für spektakuläre Unterwasserfotos nicht einmal nass werden muss 😉






